Die Kirche in Ramberg trug ursprünglich den Namen Hl. Kreuzkirche.
Im 15. Jahrhundert war die Kapelle S. Crucis Filiale der Pfarrei Dernbach und gehörte zum Landkapitel Weyher u.R. (Matrikel von 1470).
In der Zeit von 1558 bis 1629 war sie für den Gottesdienst geschlossen.
Später zählte sie als Filiale von Albersweiler zum Landkapitel Arzheim.
Von 1674 bis 1684 war sie ptovisorische Pfarrkirche für das Herrschaftsgebiet von Scharfeneck.
1803 kam Ramberg zum Dekanat Annweiler, 1822 zum Dekanat Bergzabern. Ab 1833 war Ramberg eine selbständige Pfarrei.

Die mittelalterliche Kirche wurde 1654 von den Schweden in Brand gesteckt und dann wieder hergestellt.
1733 wurde der aus der Zeit der Gotik stammende Bau um eine Fensterachse nach Westen verlängert und das Schiff erhöht.
1832 musste die Kirche wegen baufälligkeit abgebrochen werden.
1832 / 33 wurde an ihrer Stelle die heutige Pfarrkirche St. Laurentius nach Plänen von Baumeister Flörchinger errichtet.
Da dem Bischof die Anreise wegen der schlechten Wegverhältnisse zu schwierig war, erteilte er dem damaligen Pfarrer die Erlaubnis die Kirche zu segnen (siehe Bericht zum 175 jährigen Weihetag). Im Jahre 1836 wurde die Kirche dann eingeweiht.


 

Gedenktag katholisch: 10. August
Fest, bedacht im Eucharistischen Hochgebet I und im Ambrosianischen Hochgebet I
Diözesankalender Köln
Hochfest in der Stadt Wuppertal
in Merseburg: Ankunft der Gebeine: 15. November

Gedenktag evangelisch: 10. August
Gedenktag anglikanisch: 10. August
Gedenktag orthodox: 10. August
Gedenktag armenisch: 11. August

Name bedeutet: der Lorbeergeschmückte
oder: Mann aus Laurentum (latein.)
Diakon, Märtyrer

* in Spanien (?)
† 10. August 258 in Rom

Fra Angelico: Laurentius wird von Papst Sixtus II. zum Diakon ordiniert, Fresko, 1447 - 49, in der Cappella Niccolina im Papstpalast im Vatikan

Laurentius war einer der sieben Diakone der Christengemeinde in der Stadt Rom, also für die Finanzen und die Sozialarbeit der Kirche von Rom zuständig.

Als der römische Bischof Sixtus II. unter dem Christenverfolger Valerian festgenommen und enthauptet wurde, war sein Diakon Laurentius der Überlieferung nach verzweifelt, dass er nicht wert erachtet wurde, diesen Tod zu teilen. Sixtus tröstete ihn mit der Verheißung, dass er ihm in drei Tagen nachfolgen werde, und erteilte ihm den Auftrag, den Kirchenschatz den Leidenden und Armen auszuteilen. Kaiser Valerian erhob Anspruch auf diese Schätze; um Laurentius zur Herausgabe zu zwingen, wurde der mehrfach gegeißelt, erbat sich jedoch drei Tage Bedenkzeit, verteilte während dieser Frist die Güter und präsentierte dann die beschenkten und christlich gewordenen Armen dem Kaiser als die wahren Schätze der Kirche. Der erboste Valerian ließ Laurentius mit Bleiklötzen schlagen, zwischen glühende Platten legen, versuchte vergeblich ihn zum heidnischen Opferdienst zu zwingen und befahl schließlich, den Unerschütterlichen über stetig unterhaltenem Feuer auf einem Rost langsam zu Tode zu martern. Selbst in diesen Qualen bewahrte er sich seinen Humor und neckte den Henker, er solle ihn auf dem Feuer wenden, der Braten sei auf der einen Seite schon gar. Sein Kerkermeister Hippolytus, durch die Standhaftigkeit des Laurentius bekehrt, begrub ihn.



Der Santo Cáliz in Valencia, als

der originale Abendmahlskelch von Jesus verehrt
Legenden berichten, unter den Schätzen sei auch der Originalkelch gewesen, den Jesus beim Abendmahl benutzt habe und der von Petrus nach Rom mitgebracht worden sei. Laurentius habe ihn dann durch einen spanischen Soldaten nach Huesca in Aragonien bringen lassen. Als im 8. Jahrhundert die Mauren Spanien eroberten, versteckten Christen das kostbare Gefäß in einer Höhle, schliesslich in der Klosterburg von San Juan de la Peña im Pyrenäenvorland, bis er 1437 nach Valencia kam. Der heute im Kapitular-Saal der Kathedrale in Valencia verehrte Kelch - juwelengeschmückt und aus grünem Achat -, mit dem 1982 Papst Johannes Paul II. die Messe feierte, sei der sagenumwobene Heilige Gral - der nach anderer Überlieferung von Joseph von Arimathaia nach England gebracht wurde.

Laurentius ist einer der meistverehrten Heiligen der katholischen Kirche, in Rom erhielt er fast die Bedeutung von Petrus und Paulus. Über seinem Grab in Rom wurde 330 durch Konstantin die Kirche S. Lorenzo fuori le Mura errichtet; in der Krypta ruhen seine Gebeine zusammen mit denen des Stephanus in einem antiken Sarkophag; die beiden gelten als die Protomärtyrer, die besonders vorbildlichen oder Erzmärtyrer. Weitere 30 Kirchen in Rom sind nach Laurentius benannt. Nach dem Sieg von Kaiser Otto I. über die Ungarn auf dem Lechfeld bei Augsburg am Laurentiustag 955

verbreitete sich sein Kult noch stärker. In Deutschland mehrten sich vom 13. Jahrhundert an die Darstellungen des besonders beliebten Märtyrers. Das Haupt von Laurentius gilt als eine der kostbarsten Reliquien überhaupt; es lag bis zum Ausgang des Mittelalters in Mönchengladbach, nun ruht es im Tresor im Vatikan; eine weitere Kopfreliquie ist in der Schatzkammer der Kathedrale in Dubrovnik.



Der Rost, auf dem Laurentius angeblich gemartert wurde, in der Kirche S. Lorenzo fuori le Mura in Rom
Laurentius ist für Bauern der erste Herbstbruder zum Beginn des Anbaus der Feldfrüchte des Herbstes. Laurentiustränen sind Sternschnuppen in den August-Nächten. Laurentiusbrot wurde früher gesegnet und dann an Arme, oft auch an das Vieh, verteilt. Laurenzilorbeer, die oft meterhohe, gelbblütige Goldrute, gilt als Heilmittel für verschiedene Krankheiten. Geweihte Laurenzikohlen schützen vor Feuer, der Laurentiussegen schützt bei Feuer und bei brennenden seelischen Qualen. Die Winzer bringen ihm an seinem Tag ihre Erstlingstrauben dar, nach ihm ist die Rebsorte St. Laurent benannt.

Laurentius' Gedenktagtag fällt jedes Jahr mit dem Erscheinen besonders vieler Sternschnuppen zusammen; ebenso wie an den Tagen darauf gibt es nun besonders viele Sternschnuppen zu sehen sind. Im Volksmund werden diese in der Erdatmosphäre verglühenden Gesteinsbrocken Laurentius-Tränen genannt. Fachleute bezeichnen diese Meteoriten als Perseidenstrom, ihr scheinbarer Ursprung liegt im Sternbild Perseus; tatsächlich sind es Partikel einer Staubspur, die der Komet Swift-Tuttle im Jahr 1862 hinterlassen hat.

Der Santo Cáliz Der Santo Cáliz in Valencia, als der originale Abendmahlskelch von Jesus verehrt

Attribute: auf dem Rost, mit Geld oder Broten

Patron von Spanien, Rom, Nürnberg, Duderstadt, Merseburg, Havelberg, Wuppertal und Kulm - dem heutigen Chelmno in Polen; der Armen, Bibliothekare, Archivare, Schüler, Studenten, Köche, Konditoren, Bierbrauer, Wirte, Wäscherinnen, Büglerinnen, Glasbrenner, Glaser; der Feuerwehr, der Weinberge; für Gedeihen der Weintrauben; für die armen Seelen; gegen Feuersbrunst, Brandwunden, Augenleiden, Hexenschuss, Ischias, Hauterkrankungen, Pest, Fieber und die Qualen des Fegefeuers

Bauernregeln:
Wenn es am Laurentiustag schön und heiter ist, soll ein freundlicher Herbst folgen.
An Laurenzi, es ist Brauch, / hört das Holz zu wachsen auf.
Kommt Laurentius daher, / wächst das Holz nicht mehr.
Ist Lorenz und auch Bertl schön / wird der Herbst gar gut ausgehn.
Laurentius im Sonnenschein, / wird der Herbst gesegnet sein.
Kommt St. Lorenz mit heißem Hauch / füllt er dem Winzer Fass und Bauch.
Sollen Trauben und Obst sich mehren, / müssen mit Lorenz die Gewitter aufhören.
Ist Lorenz und auch und Bertl schön, wird der Herbst gar gut ausgehn.
Lorenzi gut, / einen schönen Herbst verheißen tut.
Wie Lorenz und Barthel sind / wird der Winter - rauh oder lind.
Regnet's am St.-Laurenz-Tag, / gibt es große Mäuseplag.
Sankt Lorenz kommt in finstrer Nacht / ganz sicher mit Sternschnuppenpracht.

Laurentius-Rost Der Rost, auf dem Laurentius angeblich gemartert wurde, in der Kirche S. Lorenzo fuori le Mura in Rom

175. Weihejubiläum der Pfarrkirche St. Laurentius

Am Sonntag den 17.07.2011 feierte die Pfarrgemeinde Ramberg den 175 Jahrestag der Weihe ihrer St. Laurentiuskirche.
Hier ein Artikel aus der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" zu diesem Jubiläum:

Wahrzeichen der Gemeinde
175. Weihejubiläum der Pfarrkirche St. Laurentius - Weihbischof Georgens zelebriert Gottesdienst

Mit dem Dank an Gott und voll Freude feierten gestern die Mitglieder der Pfarrgemeinde Ramberg in einem vom Speyerer Weihbischof Otto Georgens zelebrierten festlichen Gottesdienst den 175. Jahrestag der Weihe ihrer Pfarrkirche St.Laurentius, der gleichzeitig Höhepunkt im Jubiläumsjahr war.

Auf den Tag genau 175 Jahre nach der Konsekration des Gotteshauses durch den damaligen Speyrer Bischof Petrus von Richarz verfolgten die Gläubigen aus der Pfarreiengemeinschaft Albersweiler, Dernbach, Eußerthal und Ramberg die Predigt des Weihbischofs. Vor 175 Jahren assistierten dem Bischof bei der Weihe acht Pfarrer aus der Umgebung und der Ortsgeistliche Pfarrer Joseph Eichhorn. Gestern waren die Mitkonzelebranten neben dem Ortsgeistlichen Pfarrer Peter Berger der 90-jährige Pfarrer Nicolas Rutz und der in Ramberg gebürtige und in Grünstadt als Seelsorger tätige Pfarrer Martin Tiator.
Unter den Gottesdienstbesuchern war gestern auch Andreas Gutting von der evangelischen Kirchengemeinde.
Für kurze Zeit wurde das Rad der Gesichte 175. Weihejubiläum der Pfarrkirche St. Laurentius

in das Jahr 1828 zurückgedreht, als die damalige Heilig-Kreuz-Kapelle in Ramberg wegen Baufälligkeit geschlossen und 1832 auf Abriss versteigert wurde. Die Pfarrkirche St. Laurentius - an der gleichen Stelle errichtet - wurde 1833 fertig gestellt, aber erst zweieinhalb Jahre später wegen dem "äußerst schlechten Wege" nach Ramberg im 1836 geweiht. Da für den Bischof der Weg für zu schwierig angesehen worden war, erteilte er dem zu diesem Zeitpunkt noch zuständigen Seelsorger Valentin Klein die Erlaubnis, die Kirche zu segnen und eine neue Glocke zu weihen. Die Baukosten beliefen sich auf umgerechnet 68.780 Euro. Für die Inneneinrichtung mussten zusätzlich 18.100 Euro aufgebracht werden. Übrigens hatten damals die Protestanten und Mennoniten aus Ramberg und Dernbach für eine Simultankirche ihre Mithilfe angeboten. Nachzulesen ist, dass der Antrag damals abgelehnt wurde und die Katholiken allein sich für den Neubau einer Kirche auf den Weg machten.

Weihbischof Georgens stellte das "Haus Gottes als das Tor zum Himmel" in den Mittelpunkt seiner Festpredigt. Er finde es gut, dass die Kirchtürme nach wie vor weithin sichtbar seien und als Wahrzeichen der Gemeinden gesehen würden, was auch der Blick aus dem Flugzeug immer wieder eindrucksvoll bestätige. Dem sei längst nicht mehr

so in den Städten, wo nicht selten Wohngebäude die Kirchtürme überragten. Ein Gotteshaus sei der Ort, wo er wohne, wo man ihn finden könne, wo Licht, Leben, Freude, Liebe, Ermutigung, Wegweisung seien. Es sei der Ort, wo alles zu finden sei, was lebenswert sei. Und zwar in nicht endender Fülle.

Sorge bereitet dem Weihbischof, dass heute immer mehr Gotteshäuser während des Tages geschlossen und damit für die Menschen nicht mehr jederzeit zugänglich seien. Dabei brauche der Mensch das Gotteshaus, wo er sein Werktagsgeschäft unterbrechen und mit Gott ins vertraute Gespräch kommen könne. Gott habe keine zeitlich eingeschränkten Sprechzeiten. Die Kirche sei ein wichtiger Ort für die Menschen, wo sie auch außerhalb des Gottesdienstes beten könnten. "Wir sollten uns die Gründe bewusst machen, die beispielsweise Menschen vor 175 Jahren in Ramberg dazu bewegt haben, sich für den Bau der Pfarrkirche St. Laurentius einer Kirche zu engagieren. Kirchenbauten und Kirchengemeinden gehörten zusammen", sagte der Weihbischof.

Gestaltet wurde der Festgottesdienst vom MGV Harmonie Ramberg. Friedel Klein als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates nutzte die Gelegenheit, um auf das Gemeindeleben von St. Laurentius Ramberg einzugehen und Pfarrer Rutz zu dessen 60-jährigem Priesterjubiläum zu gratulieren. (som)

Die Veröffentlichung des Artikel erfolgte mit freundlicher Genehmigung durch die Redaktion der "Rheinpfalz"




Bilder vom Weihetag

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